Gefreiter "Fritz", Aufnahme nach dem Krieg.

Liebe Leserinnen und Leser,

vorab möchte ich mich entschuldigen, dass ich die Webseite eine Zeit lang nicht weitergeführt hatte, liegt schlicht daran, dass es mir nicht gut ging, hier auf der psychischen Schiene.

Auf der Seite stehen ein paar Zeilen zu meiner geraubten Kindheit, zu der ich mich noch äußern möchte. Meine Kindheit war auf "zu überleben!" gedrillt, von klein an, so empfinde ich sie. Aus der Gesamtheit meiner gewählten Worte und einzelnen Lebensabschnitten läßt sich mein Leben erkennen. So hatte auch Sigmar Gabriel Bücher geschrieben, von seinem Leben, politischem Weg, Idealen und Erfahrungen in der Politik, persönlichen Zeit- u. Lebensabschnitten, die unsere Bundesrepublik geprägt hatten - dem möchte ich gleichziehen, wenn ich aber eine andere Geschichte erzählen möchte, von einem anderen Standpunkt aus, unsere Erfahrungen unterscheiden sich grundlegend.

Wo unser ex Vize-Kanzler mit gutem Recht als "Skywalker" bezeichnet werden darf, ging es bei mir in die entgegengesetzte Richtung, so muss man die harten Lebensabschnitte leider betrachten! Herr Sigmar Gabriel gilt es Ehrenbürger der Stadt Goslar, ich hingegen bin das "❤ von Goslar!", mit Augenzwinkern. 😉

Das, was ich mit Worten ausdrücken möchte, vom innigen Gefühl, Erlebten und tiefen Schmerz fasse ich in geschriebene Zeilen, die hier bald zu lesen sind.

Mein gestorbener Vater, geboren im Jahr 1925, schwieg über die schreckliche Kriegszeit, wie etliche andere Kriegsüberlebende, die versuchten „weitergehen“ zu können, so gut, wie es irgendwie ging! Er erzählte beinahe nie über seine Erlebnisse im Krieg, seine Erfahrungen nahm er mit in den Tod.

Friedrich-Günther, „Fritz“, mein Vater, war kriegsgeschädigt, einen Arm hatte er beim Einmarsch der Amerikaner in Köln verloren, er wurde abgebombt, Oberkörper voll mit Granat- u. Bombensplittern, auch das Bein war davon betroffen. Auch mit höherem Alter klagte er über Phantomschmerzen, im Krieg verheizt und als simples Kanonenfutter gedacht. Als die Bombe beinahe gleich neben ihm einschlug, wurde der Arm von ihm nahezu "abgerissen", so mein Vater. Es waren keine Schmerzen zu spüren, in dem Moment trat der Schock bei ihm auf, demnach war dieser Punkt für Augenblicke überhaupt nicht zu realisieren, so erinnerte er sich an die Zeit zurückgeblickt!

Zu der Zeit war mein Vater gerade 17 Jahre jung, als mein Vater zur Wehrmacht verpflichtet wurde! Er berichtete mir, dass er eine durchweg glückliche Kindheit erleben durfte, dann ging es später zur HJ, anschließend zur Wehrmacht, verblendet worden, verführt u. "reinerzogen" wie Millionen von Deutschen durch die Ideologie zur damaligen NS-Zeit. Ein herkömmlicher und ganz "normaler" Werdegang zu dieser Zeit!?

Er war traumatisiert… und schwieg sein Leben lang über die schrecklichen Ereignisse im Krieg, keinesfalls, um vergessen zu können, was geschehen war, sondern vielmehr um weitergehen zu können! Fritz ging zu Kriegsende in Kriegsgefangenschaft bei den Amerikanern, blieb jedoch im Land. "Die hatten uns was zum Essen gegeben, wir hatten sogar ein eigenes Bett!", so berichtete mein Vater, geriet fast ins Schwärmen, er überglücklich, dass man ihn leben hatte lassen. Er hatte sein Leben gemeistert, mit nur einem Arm das gebaut, was viele gesunde Menschen mit zwei Armen nicht zu leisten vermögen. Herr Koschig hatte sich unseren Garten mal angesehen, so auch eine selbst gebaute Laube, angeschlossen an Strom und Wasser, mit Dachziegeln, selbstgebauten Fensterrahmen und vieles mehr! Auch hatte er naturgetreue Modellautos aus Holz gebastelt, die jedem Automobilhersteller sofort ins Auge fallen und als Unikat gelten würde! Das, was die Firma Heubach in Langelsheim heutzutage ausmacht u. darstellt darf ich bescheiden schreiben, das war unter anderem mein Vater, den "alten" Heubach kannte er bestens, vom Berufszweig her "Mädchen für alles!". 45 Jahre hatte er bei der Firma gearbeitet, so gut wie nie krank gewesen, einmal eine Grippe, aber Fehltage waren für meinen Vater ein Fremdwort. Zu der Zeit war in den Firmen Bedarf an schwerbehinderten Personen, auch an Kriegsversehrten, das Schwerbehindertengesetz wurde erst geschaffen. Wie es heutzutage aussieht läßt sich auf meiner Seite lesen, auch dieser beschwerliche Weg der beruflichen Integration hatte mein Leben nachhaltig geprägt!

Im Gegensatz zu meinem Vater drückte ich mich hier, auf dieser Webseite über meine Erlebnisse aus, vielleicht können sie für den einen oder anderen  lehrreich sein. Über 30 Jahre lang hatte ich meinen Mund gehalten, ich hatte die traumatisierenden Geschehnisse weit von mir gewiesen, ich hatte sie verleugnet, so, als wenn sie zu keinem Zeitpunkt geschehen wären! Sie holen dich wieder ein.

Das, was ich schreiben möchte, fällt mir früh morgens um halb 3 ein, wenn es draußen still ist und keine äußeren Eindrücke auf einen einwirken. In der Stille liegen die Gedanken frei, manchmal jedoch überfallen mich die Bilder und Erlebnisse von vergangener Zeit. Es ist schwer seine eigene Lebensgeschichte sortiert aufzuschreiben, häufig erdrücken mich die Zeitabschnitte, die nicht als schön anzusehen sind.

Hierzu bitte ich um etwas Geduld. Mir tut es gut über die Erlebnisse zu schreiben, mein Vater schwieg und nahm seine Erlebnisse, Bilder und Gedanken aus der Kriegszeit mit.

1945 - Kriegsende in Köln. Einmarsch der Amerikaner.

[Anmerkung: Das Video "Einmarsch der Amerikaner in Köln 1945" ist unter "YouTube", www.YouTube.com zu entnehmen.]

Kinderpoliklinik der Medizinische Hochschule Hannover.

Liebe Leserinnen und Leser,

zunächst möchte ich mich nochmals für das große... massiv riesengroße positive Echo auf meine Seite sehr ❤-lich bedanken, mir schenkt das viel Mut und gibt der Seite einen tieferen u. nachdenklichen Sinn, das war der ursprüngliche Zweck bei der Erstellung ihrer!

Ursprünglich wollte ich bei dem Schläger, der mir in der Kindheit vieles weggenommen hatte, meine Geschichte weiterschreiben, ich habe mich anders entschieden! Geboren wurde ich in der schönen Kaiserstadt Goslar, dort im regionalen Krankenhaus, jedoch bin ich mit einem anderen Krankenhaus "verwachsen", der Medizinische Hochschule Hannover, abgebildet ist hier die Kinderpoliklinik, mein damaliges "Zuhause" im ersten Lebensjahr.

Ich selbst kann es nicht abschätzen, ob diese harte Zeit in meinen Kindertagen auch zu einem traumatischen Ereignis zugerechnet werden kann, möchte euch jedoch schreiben, dass ich bis heute noch ganz genau weiß, wie es in der Klinik riecht! Es war und ist doch tatsächlich immer noch derselbe bestimmte Duft, nach der ganzen vergangenen Zeit! Auch heute kann ich euch den Weg zum Echo leiten, zu dem Raum mit dem EKG, wo Röntgen stattgefunden hatte, auch die einzelnen Fenster, die mit Möwen versehen waren ist mir in Erinnerung geblieben!

Ich finde diesen Punkt mehr als erstaunlich, selbst weiß ich, wo die Spieloase ist, wo der Kaffeeautomat platziert ist, die aufgehängten Poster, so unter anderem das Plakat von "Herzkind" an der Wand! Doch irgendwie schon erschreckend, alles ist noch bis ins letzte Detail da, zu vergessen waren die Momente bei Kontrollbesuchen in der Klinik zu keinem Zeitpunkt! Nur, damals war noch kein Dekor an der Hauswand vorzufinden. Ich hatte immer große Angst davor längere Zeit in der Klinik bleiben zu müssen, da die Herzfunktion viel zu schwach war. Zu der Zeit war das als Kind Angst pur! Bei Kontrolluntersuchungen musste ich mich vorab bei der Schule für einen Tag abmelden, meistens bin ich mit meiner Mutter dorthin gefahren, mit dem Zug! Erleichtert war ich, wenn alles in Ordnung war, nach dem Termin sind wir immer in die Stadt mit der Straßenbahn gefahren.

Auch als Säugling u. Kleinkind kannst du verschiedene Traumata erleiden, nur weißt du das in dem Alter glücklicherweise noch nicht, es hatte sich anders bemerkbar gemacht! Aufgenommen wurde ich in der MHH im Alter von 3 kleinen Monaten, die Ärzte entschieden schnell und operierten den seltenen Geburtsfehler auf gut Glück! Zu der Zeit war die Operation einzigartig, der äußerst vage Versuch das Kind zu retten glückte! In Erinnerung geblieben ist noch, dass wohlmöglich die Kinderstation überfüllt war, so erzählte mir meine Mutter, im Zimmer lagen zu viele, sodass ich nicht zum Schlafen gekommen war. Einzelne Kinder im Krankenzimmer schrien, unglaublich finde ich es, dass auch heute sich daran nichts geändert hat und ich absolute Ruhe zum Schlafen benötige. 

Mein bester Freund, Stephan, hatte mich auch bei den Schulfreundinnen u. -freunden entschuldigt, wenn ich in der Schule gefehlt hatte. Bis zu diesem Punkt war meine Welt noch in Ordnung, bis zu der Zeit, als ich zur Orientierungsstufe nach Langelsheim gewechselt hatte.

Liebe Leserinnen und Leser,

zunächst hätte ich eine Frage, bei der ihr euch sicherlich nicht mehr daran erinnert könnt, wie es zu der Zeit war, als ihr ein Baby wart. Die Frage klingt schon merkwürdig, aber ich wünsche mir, dass ihr versteht, dass es unzählige Babys davon gibt, die ein ähnliches Schicksal erlitten hatten oder erleiden müssen!

Als Säugling, was hattest du für gewöhnlich im Mund? Einen Nuckel, anders ausgedrückt einen Nunni? Oder nahmst du deinen Daumen zum Nuckeln? Hatte dich deine Mutter gestillt? Zugegeben, eine höchst persönliche Frage, bei der ihr die Antwort nur für euch selbst kennt! Die meisten von euch werden sich an vergangene Tage sicherlich nicht mehr erinnern können. Ein Schnuller dient allgemein zur Beruhigung, nichts anderes hat ein Nuckel zum Zweck!

Meine Mutter hatte die schlimme Krankenhauszeit aufgeschrieben, bestimmt für mich, denn ich würde die Zeilen eines Tages lesen wollen! Als Säugling wurde ich intubiert, ein Schlauch, der tief in meinem Rachen steckte, an meinem Arm hing eine Infusion zur Stabilisierung meines äußerst labilen Gesundheitszustandes. Der Anblick seines eigenen Kindes war keineswegs schön, zu dieser Zeit mussten meine Eltern viele Tränen um ihr Kind weinen, eine weitere Erkrankung war Tuberkulose, die es galt zu überstehen. Die Geschichte, die meine Mutter "für den Tag" für mich aufgeschrieben hatte habe ich hier zur Hand, sie liest sich grausam, wenn man vergangene Tage, Monate und Jahre seiner Existenz bis zur Gegenwart betrachtet!

Fortan wurde ich mit Medikamenten eingestellt, entweder flüssig oder mit einem Stück Würfelzucker, so wie bei Lanitop. Das Mittel steigert die Pumpleistung des Herzens, senkt den Puls, senkt die Reizleitungsfähigkeit des Herzens und steigert die Erregbarkeit des Herzens, es wird bei der Herzinsuffizienz eingesetzt, bei Herzrasen oder -rhythmusstörungen.

Zu dieser Zeit war schon abzusehen, dass das kranke Kind keinen herkömmlichen Weg im Leben bestreiten konnte, hingegen musste man möglichst alles versuchen es unbeschwert aufwachsen zu lassen, neben Spritzen und Infusionen, Medikamenten und großen Angst, verbunden mit der Sorge um den Gesundheitszustand seines eigenen Kindes. Jahrelang war er einfach zu wackelig, mal ein Hoch, manchmal folgte ein tiefes Loch mit einem längeren Krankenhausaufenthalt! Ein durchweg Bangen von kleinauf!

Meine damaligen Schulfreundinnen und -freunde zur Schulzeit hatten von allem wenig mitbekommen, nur wenn ich einen Tag in der Schule gefehlt hatte und ein Routinebesuch in der MHH anstand. In Erinnerung geblieben ist mir jedoch, dass ich mich immer nach der Schule hinlegen musste, die Herzfunktion hatte es einfach nicht zugelassen, dass ich „gleich weitermache“.

Nach der 4. Klasse wechselte ich zur Orientierungsstufe nach Langelsheim. Ein zusammengewürfelter Haufen neuer Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Orten, man musste sich erst vorsichtig beschnuppern, nach den vergangenen Jahren glücklicher Grundschulzeit. In der Klasse war so auch ein Schüler, der ein Jahr wiederholen musste, genau weiß ich es aber nicht mehr. Er war um einiges größer, stark wie ein Erwachsener und hatte sich ein bestimmtes Opfer ausgesucht, den schwächsten in der Klasse mit einem angeborenen Herzfehler, der zeitlebens als "Schwerbehinderter" gilt. Beurteilt bitte für euch selbst, was ihr in mir sieht, einen Kranken oder gar einen schwachen Hilfsbedürftigen?! Eben gegen diese oberflächliche Beurteilung hatte ich mich immer gewehrt und zeitlebens bewiesen, dass das unbegründet ist. Dass Foto von ihm sind den bestimmten Personen bekannt, aus Verzweiflung gab ich es heraus. Ich hatte es versteckt, in der hintersten Ecke, sodass ich keine Gelegenheit mehr dazu bekomme es mir noch einmal anzusehen, zurückgeblickt an meine Schulzeit. Selbst diese "nicht stattgefundende" Zeit strich ich aus meinem Gedächtnis! Kompensiert hatte ich sie mit langen Mountainbike Touren im Harz, spielte auch im Ort Tischtennis, beides lenkte vom Geschehen ab! So war ich auch in der Musikschule der Stadt und lernte bei Unterrichtsstunden die C und F-Flöte zu spielen.

Ihm war nicht allen Ernstes bewusst, was er mit den Schlägen anrichtete, ich war sein persönlicher Punchingsack, der immer zur Verfügung stand, wenn ihm danach war mich zu schlagen. Er nahm mir das Stückchen von Selbstbewusstein, das ich durch die angeborene Herzerkrankung noch hatte, verschüchterte mich zunehmend! Als Kind verstehst du es nicht, rausgerissen aus der elterlichen behüteten Kindheit mit 12 Jahren. Meine Oberarme waren stets grün und blau geschlagen, hatte schmerzhafte Hämatome und spürte seinen Ellenbogen im Gesicht. Abgekürzt, er hatte seine ganze Kraft an mir ausgelassen, für ihn war es eine Art Genugtuung, verbunden mit einem Spiel mich leiden zu lassen und schließlich in Tränen auszubrechen, zu nichts anderem diente das Spiel. Ich gab ihm Lego-Technik und wertvolle Mickey Mouse Hefte aus den 50érn heraus, ich wollte, dass er damit aufhört. Die Klassenlehrerin merkte beim Schulunterricht viel zu wenig, meine T-Shirts waren im Sommer bis zum Äußersten runtergezogen. Erst ab dem Punkt, wo meine Noten abrutschten bekam ich Nachhilfe in manchen Fächern, das Problem war damit jedoch nicht gelöst. Was Fakt ist, dass andere Personen hätten sofort einschreiten müssen, z.B. mit einer nachhaltigen Ermahnung von der Klassenlehrerin, mit einer extra dafür einberufenen Klassenkonferenz oder einem sofortigen Schulverweis! Als eingeschüchtertes schwaches Kind hast du dazu eben nicht die Kraft und den Mut, entweder zur Polizei zu gehen oder deinen Eltern die Schläge zu schildern! Auch hatte er ebenso starke Freunde, die mich unter Druck gesetzt hätten, gesetzt ich hätte etwas dagegen gesagt. Ja, selbst ich hatte die Zeit für mich damals abgetan, oder sogar als „nicht so schlimm!“ betrachtet, ich hatte den Missbrauch an meinem eigenen Körper verleugnet und mich geschämt! Die Selbstkontrolle ging verloren. Mehr zu dieser Zeit möchte ich lieber nicht schreiben und bitte um Verständnis für meinen Wunsch, danke! Mich kosten diese Zeilen viel Kraft und Mut darüber zu schreiben! In meinem Lebensweg stehen unterschiedliche Punkte, die mein Leben nachhaltig geprägt hatten, die Auswirkungen des Missbrauchs traten erst viel später auf, z.B., dass ich mich von größeren u. damit stärkeren Schülern stets ferngehalten hatte, ihnen weit aus dem Weg ging, um sie nicht mit einer Lappalie zu provozieren. Kurz, ich hatte mich versteckt, hatte die Schulstunden absolviert und anschließend Hausaufgaben, die uns aufgetragen wurden, gemacht, rausgegangen, z.B. allein in die Stadt gegangen, um Freundinnen oder Freunde zu treffen war ich fast nie, nur eben mit Begleitung, die ich zu dieser Zeit kannte. Daran hatte auch die darauffolgende Zeit nichts geändert, die gesamte Jugendzeit ging dabei drauf, neben den vielfältigen "Problemchen" mit dem Herz! Du hast es schlicht nicht mitbekommen, keineswegs realisiert, was dir angetan wurde, wenn du es etliche Jahre lang verleugnest und dir selbst sagst: „Schwamm drüber!“, es gibt Schlimmeres! Du bist ein „cooler und taffer Junge“, oder? Alle Typen wollen in der Pubertät cool sein, der am besten aussieht, lustig ist, du brauchst ihr nur ins Auge zu schauen und schon ist sie hin!

In dieser Zeit sind alle Jungen wie Alphatiere, die anderen und sich selbst etwas beweisen wollen! Simpel geschrieben ist es hier wie in der Tierwelt!

Die Hintergründe sahen schrecklicher aus, nein, es waren keine Tränen mehr, aber dieses Fernbleiben von Freizeitaktivitäten, dieses Verstecken, oder diese einsamen Wochenenden, die nur mit Fernsehen versehen waren, das war mein Leben ohne weiterführende Perspektive, ich war verschlossen wie ein zusammengeklapptes Buch.


Ich schildere von einem schrecklichen Ereignis an einem schwerbehinderten Kind, das sich vor über 30 Jahren abgespielt hatte! Die Auswirkungen der Gewalttat hatte ich etliche Zeit lang verleugnet, die blauen Flecken verschwanden mit der Zeit, jedoch waren die psychischen Schäden um einiges größer, der Kopf und dessen Psyche war es, der vergewaltigt wurde! Der Körper gehörte fortan nicht mehr zu mir, ein beliebiger anderer wurde geschlagen und misshandelt und so hatte ich das zig Jahre für mich überstanden, ich entfremdete mich Stück für Stück selbst und isolierte mich von anderen. Die gewählten Worte kann ich heutzutage auf derartige Weise schreiben, als Kind waren es Verleugnung und Scham, vom Gefühl her "schnell weitergehen" und "Schwamm drüber"! Das Gedächtnis ist massiv ausgeprägt, nach der ganzen vergangenen Zeit hole ich etwas hoch, was ruhen sollte! 30 Jahre sind eine lange Zeit und ich kann heute darüber schreiben, für andere, für einen ähnlichen Fall! 

Ich hatte mich für die blauen Flecken stark geschämt, was hatte ich ihm denn angetan, womit hatte ich ihn denn so provoziert, dass er diese dermaße Wut auf mich hatte mich zu schlagen? Und diesen Satz musst du erst mal verstehen, langsam lesen, ein misshandeltes Kind hatte auf diese Weise gedacht! Aufpassen, die Schuld an der Gewalttat sahst du alleine und nur bei dir, du nahmst die Schuld für dich an! "Ich hätte anders mit ihm reden sollen, mich anders geben, waren die Geschenke denn genug?!" Und plötzlich befindest du dich in einer verkehrten Welt!

Was eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung ausmacht, die unterschiedlichen Krankheitsmerkmale, ist unter Google zu lesen, wenn man aber immer hier den individuellen Fall betrachten muss. Als Kind musste ich so auch mehrere Nahtod-Erfahrungen sammeln, als junger Mensch realisierst du so etwas nicht, aber sie waren vorhanden, so waren auch unterschiedliche Komaträume erst zu deuten. Wer zeitlebens ein Krankenhaus besser kennt als ein herkömmliches Leben gehabt zu haben, der wird diese Zeilen nachvollziehen können!

Was ist übrigens ein „herkömmliches Leben“?! Die Antwort könnt ihr nur für euch selbst beantworten. Gesundheit, psychisch oder physisch ist ein Gut, das jeder Mensch schätzen sollte. Stelle dir immer vor, du musst dir alles wieder aufbauen, wieder sprechen lernen, Schritt für Schritt neu erlernen, essen lernen, den Löffel in der Hand fest ergreifen können. Hierzu möchte ich noch etwas schreiben.

Ich wollte etwas werden, wollte beruflich Karriere machen und später, nach der Schule, Fortbildung und Studium eine gesicherte Existenz haben. Wie ich denke, dieser Punkt ist wohl bei jedem 3. oder 4. so. Die Möglichkeiten und der Weg dorthin für eine "höhere Etage" waren gegeben, nur ein Punkt störte meinen Arbeitgeber dabei – mein angeborener Herzfehler. Ich dachte mir, wenn du bei einer Krankenkasse arbeitet hilfst du Menschen, eine etwas naive Vorstellung von einem Berufswunsch! Heutzutage versteht sich die OKA, selbstverständlich heißt die bezeichnete Krankenkasse anders, als ein Unternehmen. Demnach, Mitglieder sind die Existenz des Unternehmens, wie bei jeder Krankenkasse, privat oder gesetzlich.  

Um einer Klage dieser Krankenkasse zu entgehen möchte ich euch lediglich schreiben, es war ein abgesprochenes Spiel, mich nicht weiterhin zu beschäftigen! Man muss diesen Punkt klarsehen, ich bin schwerbehindert und besitze einen hohen Grad der Schwerbehinderung, der Arbeitgeber rechnet, obwohl unbegründet, schon im Voraus mit lang andauernden Arbeitsausfällen und müsste mich sozusagen "lebenslang" weiter beschäftigen, beziehungsweise das bisher ungekündigtes Angestelltenverhältnis aufrechterhalten. Ich möchte hier die Frage stellen, 10 Stunden tägliche Arbeitszeit oder die Pflege meiner Mutter, was ist hier anstrengender?! Selbst mein beruflicher Weg wäre ein Buch wert, auf der Arbeitgeberseite herrscht Unkenntnis und fehlender Mut über "das neue Leben", sprich der Transplantation. Sicherlich, wer schon einen ungekündigten Arbeits- oder Angestelltenvertrag fest in der Tasche hat, dem kann so schnell nichts passieren!

Mehr folgt!