[Quelle des Bildes: Goslarsche Zeitung. www.goslarsche.de]

Automatisch Organspender

Zeitungsartikel in der Goslarsche Zeitung vom 02.04.2019.

Liebe Leserinnen und Leser,

die Goslarsche Zeitung hatte mir den Artikel "Automatisch Organspender" (heutige Ausgabe der GZ vom 02.04.) freundlicherweise für eine Zeit zur Verfügung gestellt, auch möchte ich mich zur Sendung "Hart aber Fair" äußern!

Hierzu möchte ich Sie und Dich vorab darum bitten, sich den Artikel durchzulesen und bezüglich dessen eine Meinung zu bilden, insbesondere im Hinblick auf den katastrophalen Spendenmangel in der Bundesrepublik Deutschland, welcher erstens seit über 20 Jahren(!) existiert und des weiteren seit Einführung des TPG´s (Transplantationsgesetz) im Jahr 1997 immer weiter abnimmt! Entwicklungsland Deutschland, ist unsere Lage dermaßen schlecht und sind längst alle Maßnahmen für einen Anstieg der Spenderzahlen ausgereitzt? Ist die Bevölkerung ausreichend informiert, besitzt tatsächlich die überwiegende Mehrheit einen Spenderausweis?

Festgestellt hatten wir, dass es allzu leicht ist auf der Warteliste für ein lebensrettendes Spenderorgan zu stehen, hierzu reicht eine simple Erkältung, eine vererbte Krankheit oder Grunderkrankung schon aus! Was ist also zu tun?!

Von 28 europäischen Staaten führen 20(!) die Widerspruchslösung! Demnach hatten unsere Nachbarn längst erkannt, dass es nicht mehr ausreicht, den potientiellen Organspender nur über den dramatischen Spendenmangel zu informieren. Ich persönlich bin des Journalistin der GZ, Julia Emmrich, dankbar, die im Artikel schrieb, dass Plakate, Flyer und Aufklärungsbriefe nicht den gewünschten und erhofften Erfolg zeigten - ich hatte daraufhin das Bundesgesundheitsministerium angeschrieben, unterbreitete Lösungsvorschläge  und stellte Fragen.

Es muss auch weiterhin darum gehen, was man nach seinem eigenen Tod mit seinen Organen machen möchte? Spenden oder alles unangetastet mit zu nehmen. Dazu muss man sich erst bequemen, sich vorab informieren, sich persönliche Fragen stellen und eine Entscheidung für sich nach seinem Informationsstand treffen. Nur wer sich informiert kann eine Entscheidung treffen, jedoch sollte diese höchstpersönliche Entscheidung jeder für sich beantworten! Daran würde auch die doppelte Widerspruchslösung nichts ändern!

Etwas verärgert bin ich über die Meinung, oder die Stellungnahme des Moderators, Frank Plasberg, der sagte, dass für die Organspende erst ein Mensch sterben muss. Gesamthirntote sind bereits tot, sie sind verstorben, ich möchte das auf meiner Webseite ausdrücklich hervorheben! Hierzu wurde eine ausführliche Hirntoddiagnostik vorgenommen, sämliche Hirnfunktionen des Groß,- Kleinhirns und des Hirnstammes sind vollständig erloschen. Eben diese stellen ihre Organe oder Geweben schwerst kranken Menschen für das Weiterleben zur Verfügung! Man muss unterscheiden zwischen Sterbenden (keine Spende demnach) und bereits Gesamthirntoten! Nur von Gesamthirntoten werden Organe für den Spendenfall entnommen!


Ich möchte einen Schwenk auf das Römische Reich machen: "Ave, Caesar, morituri te salutant! („Heil dir, Caesar, die Todgeweihten grüßen dich!“) ist eine lateinische Phrase. Sie gilt fälschlich als Gruß von Gladiatoren im Römischen Reich beim Betreten der Arena. Tatsächlich ist sie in der antiken Literatur nur für ein einziges Mal bezeugt, und gerade nicht für einen Gladiatorenkampf.

In den Händen der Bundespolitiker und -innen liegt es, ob es mit der Spendenzahl und der tatsächlichen Übertragung von lebenswichtigen Spenderorganen vorangeht, gemessen wird an der alljährlichen Spenderzahl!

Ich persönlich finde allein die Diskussion über die doppelte Widerspruchslösung geschmacklos! Wenn auch nur ein Hauch von erhöhten Chancen besteht, Menschen vor dem Tod zu bewahren, dann muss(!) man diese Chance auch wahrnehmen! Mit der doppelten Widerspruchslösung, die viel zu lange auf sich warten lies´, versterben längst nicht mehr so viele Wartepatienten auf der Liste, wie bislang zu verzeichen waren und leider noch sind! Dieser Punkt stellt einen Fakt dar, so wie das man die Entnahmekliniken mit weitaus mehr Geld ausstatten muss, eben damit die Transplantationen auch aus der Sicht der Kliniken lukrativ werden. Die Entnahmen waren bislang ein absolutes Minusgeschäft, betriebswirtschaftlich geschrieben.

Makaber ist es zu schreiben, dass man den gesamten Parlamentssaal des Deutschen Bundestages auf eine Intensivstation verlegen sollte, wo ein HU-gelisteter Wartepatient liegt, um eine "Abstimmung" über Leben und Tod, eher Stillstand in der Organspende zu führen! Liebe Bundespolitiker und -innen, es geht um lebensentscheidende Zeit, die vielen schwerst kranken Wartepatienten abläuft! Wir leben in einer sozialen Demokratie, unterschiedliche Meinungen sind wichtig, beim (Über-)Leben von schwerst kranken Menschen hört der Spaß auf, die Diskussionen müssen ein Ende finden und die doppelte Widerspruchslösung baldmöglichst verabschiedet werden! Nochmals möchte ich schreiben, dass es in den Händen unser Bundespolitiker/-innen liegt und ob die Wartepatienten eine bessere Chance auf das Überleben erhalten, oder eben nicht! Herr Lindner (FDP) handelt für mich leider nicht so, wie ich persönlich es mir erhoffe, er blockiert das Vorankommen mit der Idee "Organspenden"! Gesehen hatten wir, dass sämtliche Maßnahmen um eine erhöhte Spenderzahl erreichen zu können erschöpft waren, 955 Organspender im Jahr 2018, bei ca. 9500 Wartepatienten jährlich! Aufklärungsbriefe, Flyer und Plakate. Und die Zahl wird zunehmen, die Warteliste wird immer länger und wenn der Gesetzgeber nicht jetzt handelt, dann entwickeln wir uns zurück nicht in ein Entwicklungsland, eher in die Steinzeit! Jeglicher Schritt zurück wäre grob fahrlässig, von 28 europäischen Staaten führen 20 die Widerspruchslösung und "Demonstrationen dagegen oder Steinewerfen auf der Straße" blieben in sämtlichen Staaten aus! Jahrelange geführte Zustimmungsquoten hinsichtlich der Organspende besagen, dass mehr als 2/3 der Bundesbürger und -innen ihre Organe beim eigenen Todesfall schwer kranken Menschen spenden würden. In der Sparte "Zeitschriften" hatte ich bereits meine Gedanken zur doppelten Widerspruchslösung kund getan. Makaber wäre dieses Bild vom Commodus zur Diskussion, ein weiterer römischer Kaiser, der über Leben und Tod entschied!

[Anmerkung: Die Abbildung von Commodus ist unter "Google", www.google.de zu entnehmen.]

Sendung "Hart aber Fair" zur Organspendendebatte

[Anmerkung: Dieser Beitrag der Fernsehsendung "Hart aber Fair" ist unter YouTube, www.youtube.com zu entnehmen.]