TRANSPLANTATIONGESETZ:

MITTWOCH IM KABINETT


Minister zeigen ihre Organspende-Ausweise

Streit um gesunkene Spenderzahlen

Gesundheitsminister Jens Spahn möchte, dass mehr Menschen Organspender werden, einige seiner Ministerkollegen sind es schon, wie sie BILd gezeigt haben. Foto: Axel Heimken / dpa
 

Gesundheitsminister Jens Spahn (38, CDU) will die Zahl der Organspenden in Deutschland erhöhen. Dazu legt er an diesem Mittwoch im Kabinett ein Gesetz vor, das Krankenhäusern finanzielle und personelle Anreize liefert, wenn sie mehr Transplantationen ermöglichen.

Darüber hinaus fordert Spahn ein Gesetz, dass "die Organspende zum Normalfall" macht (BILD berichtete). Nur wer vor seinem Tod Widerspruch einlegt, würde damit NICHT als Organspender gelistet.

Hintergrund: Rund 10 000 Patienten warten in Deutschland derzeit auf ein Organ. Die Zahl der Spender sank jedoch 2017 erstmals auf unter 800.

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Das neue Transplantationsgesetz sieht vor, dass Kliniken ab einer bestimmten Größte eigene Beauftragte berufen, die auf den Stationen für Organentnahmen zuständig sind. „Den Krankenhäusern fehlt häufig Zeit und Geld, um Organspender zu identifizieren. Genau da setzen wir an", so Minister Spahn. 

Die Beauftragten auf den Intensivstationen sollen regelmäßig hinzugezogen werden, wenn ein Patient als Organspender in Betracht kommt. Die Entnahmekrankenhäuser erhalten zudem mehr Geld: eine Grundpauschale für alle Leistungen, die das Krankenhaus vor der Spendermeldung erbringt und weitere Pauschalen für die intensivmedizinische Versorgung und die Leistungen bei der Organentnahme.

Die Hoffnung: Mehr Spender sollen gefunden, mehr lebensgefährlich erkrankte Patienten gerettet werden! Dazu sei es auch nötig, die Verbreitung der Organspende-Ausweise in Deutschland zu erhöhen, so das Ministerium. Infos dazu und den Ausweis zum Runterladen und Ausfüllen gibt es unter  Einige Minister gehen bereits mit gutem Beispiel voran, zeigten BILD ihre Organspende-Ausweise.

▶︎ Vorbildlich: Justizministerin Katarina Barley (SPD) trägt ihren Spendernachweis stets bei sich, hat zusätzlich sogar ihren 30 Jahre alten Ausweis dabei, „um die Ernsthaftigkeit meiner Bereitschaft zu unterstreichen (auch wenn es nicht nötig wäre)“.

Alter und neuer Organspendeausweis von Justizministerin Katarina Barley. Foto: privat

▶︎ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat auf ihrem Spenderausweis nur der Entnahme von Leber, Nieren, Lunge und Herz zugestimmt – die Wahl steht jedem Spender frei.

Organspendeausweis von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Foto: Privat
 
Von der Leyen hat die Organe, die entnommen werden dürfen, eingeschränkt. Foto: Privat

▶︎ Der Spenderausweis von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). Er sagt zu BILD: „Während meiner ärztlichen Tätigkeit habe ich erlebt, wie wichtig es ist, dass jeder selbst eine klare Entscheidung zur Organspende trifft. Damit belastet man seine Angehörigen in einer schweren Stunde nicht noch zusätzlich mit der Entscheidung.“

Organspendeausweis von Kanzleramtsminister Helge Braun. Foto: Privat

▶︎ Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat ihren Ausweis von der Berliner Charité bezogen:

Organspendeausweis von Bildungsministerin Anja Karliczek. Foto: privat

▶︎ Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat sich bei der Uni-Klinik Münster ihren Ausweis besorgt:

Organspendeausweis von Umweltministerin Svenja Schulze. Foto: privat
 
▶︎ Außenminister Heiko Maas (SPD) warb schon vor zwei Jahren für Organspende-Ausweise (damals war er noch Justizminister):
 
Organspendeausweis von Gesundheitsminister Jens Spahn. Foto: privat