[Anmerkung: Die Abbildungen für die Sparte "Pflegesystem BRD" sind unter "Google", www.google.de zu entnehmen. Sendung "Maischberger" mit Herrn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU (MdB).]

https://www.daserste.de/information/talk/maischberger/index.html

"Meine Eltern erwarten nicht, dass ich sie pflege!"


(wörtlich Herr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU [MdB] im Interview bei der Sendung "Maischberger".)


Meine Wenigkeit hingegen muss sich wegen des Gesundheitszustandes meiner Mutter mit:

Amtsgericht, Landkreis, Krankenhaus (Sozialer Dienst), AOK (Pflegekasse), Sozialstation (Ermittlung des Pflegebedarfs), Umgestaltungsantrag hinsichtlich meines Hauses (Dusche, Eingang, Ernährung, Rollwagen, Stuhlklo, etc.) über die Krankenkasse, MDK (Höherstufungsantrag), Neuropsychologin, Physiotherpie, Rechtsanwalt und Notar, Sanitätshaus, Pflegekräften, Ärzten und verschiedenen Therapeuten, Betreuungsausweis über Amtsgericht und Landkreis, mit der Bank, Versorgungsamt (Landesamt für Soziales, Jugend und Familie), Apotheke und Hausarzt, letztlich der GEZ (Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio), usw. beschäftigen!

Hinzu kommt selbstverständlich auch der massive Schriftverkehr der zu pflegenden Person, insofern müssen auch etliche Telefonate geführt werden. Weitergehend möchte ich bemerken, dass auch der PKW meiner Mutter erst verkauft werden muss, somit beim Händler erst einen Preis aushandeln, bei der Zulassungsstelle den PKW abmelden, Finanzamt und schließlich die KfZ-Versicherung über den Verkauf sowie die Abmeldung informieren. Erst neulich bekam ich vom Finanzamt schriftlich die Information, dass zukünftig das Zollamt für An- und Abmeldungen (hinsichtlich der KfZ-Steuer) für PKW´s zuständig ist, somit insofern ein erneuter Schriftverkehr daraus entstanden war! Verordnungen, Rezepte, medizinische Gutachten, die eine Institution ist verantwortlich für das, die andere Behörde und Amt für das andere, es werden viel zu viele Punkte und Zuständigkeiten auseinander gezogen!

Gut, Herr Spahn sagte ja: "Meine Eltern erwarten nicht, dass ich sie pflege!", ich laufe hingegen zig Instutionen täglich ab, was für mich selbstverständlich und keine Frage darstellt, nur ist das Pflegesystem für Angehörige von zu pflegenden Menschen derart erschwerend und kompliziert aufgebaut worden!

Das Schlimme dabei ist, dass meine Mutter natürlich mitbekommt, wie es mir dabei geht! Auf diese Weise nimmt man drastisch ab, neben Kummer und Sorgen, ich hätte mir niemals und nimmer vorstellen können, dass BIS ein Mensch gut gepflegt werden kann, man sich deratigen Stress antun muss! Für meine Mutter ist das keine Frage, selbstverständlich mache ich das, übrigens alleine, Hilfe muss man hierzu erst erfragen, dann stürzen Fakten auf dich an, was für die Pflege zu tun ist. Verwandte, die meiner Mutter und mir zur Seite stehen und tatkräftig mithelfen, oder mir einen kleinen Rat geben könnten? Was ist denn in dem Fall  ein "Verwandter"?

Und grotesk ist hierbei, dass ja "ein schwerbehinderter Mensch mit einem GdB von 100" all´ diese Bemühungen übernimmt, darüber kann ich lachen oder weinen, ich weiß es offen geschrieben nicht, neben meinen "Problemchen". Liebe Lerserinnen und Leser, DAS alles stellt massive Bürokratie dar, die einem Angehörigen zusätzlich aufgelastet wird! So kann und darf es nicht sein, leider ist dem gegenwärtig noch so! Vorsichtig geschrieben: "Es macht keinen Spass!", wenn man den massiven Aufwand und das Gelaufe betrachtet!

Nein! Diese Worte sind nicht qualifiziert - das sollen sie auch nicht sein, nur bin ich fest der Meinung, dass es einem Mensch erleichert werden muss! Eine zu pflegende Person ist ein Studium für sich, in der großen Hoffnung, dass du es mit "magna cum laude" bestehst! 

Vielleicht schreibe ich Herrn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mal an, wenn ich die Zeit hierzu finde!

Abbildung aus einer Ausgabe der "Augsburger Allgemeine".