Jens Spahn, MdB (CDU): "Wir haben eine Verpflichtung uns mit der Organspende auseinanderzusetzen!"

(Anmerkung: Die Stellungnahme im Dt. Bundestag von Herrn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, MdB (CDU) ist unter "YouTube", www.youtube.com zu entnehmen.)

Liebe Leserinnen u. Leser,

Alexander der Große, Frühjahr 333 v. Chr. auf seinem Zug Richtung Persien zerschlug er den Knoten mit seinem Schwert.

meine Bitte ist sich die Hierarchien "Organspende in Deutschland", sprich die einzelnen Stationen genau anzusehen u. sich dabei zu fragen, WER an erster Stelle steht! Was erkennen Sie?! Fragen Sie sich, WO steht der "HU"-gelisteter Wartepatient, der jede Millisekunde um sein Leben bangt!? Müssen sich andere Instituationen den Hierarchien jeweils unterordnen, wird eine Rangfolge aufgestellt?


Wird tatsächlich zusammengearbeitet? Sehen Sie sich die Stationen bitte genau an, Ihnen wird auffallen, dass das Bundesgesundheitsministerium an erster Stelle steht! Was kommt an der Stelle rechts, die Bundesärztekammer, weiter unten die ständige Kommission der BÄK! Das Bundesgesundheitsministerium reicht das Problem weiter an die Bundesärztekammer, hierbei möchte die Worte von Herrn Prof. Dr. Gutmann (Medizinrechtler u. Jurist Uni-Münster) verwenden, der sagte:


"Weil der Gesetzgeber das Problem entsorgen wollte (und weiterhin will), und es deshalb unter dem Vorwand, die Organzuteilung sei keine politische und ethische Frage, sondern nur ein "medizinisches Problem" der Selbstverwaltung durch die Bundesärztekammer überlässt, mit den bekannten Folgen für Patienten und Ärzte."


Was folgt als nächste Station, nämlich Eurotransplant (vermittelt lebenswichtige Spenderorgane an mittlerweile 7 europäischen Ländern, wovon die Niederlande der Stiftung aufgrund des massiven Spendenmangels ausgetreten ist, in Holland wurde die "Widerspruchslösung" eingeführt), weiter folgt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (die DSO ist die Koordinationsstelle für Organspenden in Deutschland) und dem inbegriffen die Transplantationszentren (Ärzte schätzen ab, ob der schwer kranke Patient auf die Liste zu nehmen ist, wenn "Ja" [fortan wird er als sog. "Wartepatient" geführt] melden sie den Patienten der Stiftung Eurotransplant [Sitz der Stiftung ist Leiden in den Niederlanden!]). Jeder Arzt "müsste" für die "Widerspruchslösung" sein, "Zum Wohl des Patienten", so befürwortet unter anderem Herr Prof. Dr. Karl Lauterbach, SPD [Arzt/Gesundheitswissenschaftler u. Politiker] (MdB) diese Lösung. Worte von Herrn Prof. Dr. Gutmann:


"Die Verteilung von Lebenschancen an deutsche Bürger kann nicht einer privaten niederländischen Stiftung wie Eurotransplant überlassen werden.  Eine staatliche Aufsicht muss das gegenwärtige Willkürregime der Bundesärztekammer ersetzen."


Weitere zutreffende Worte von Herrn Prof. Dr. Gutmann:


"Weil das Transplantationssystem in Deutschland so organisiert ist, dass niemand Verantwortung übernimmt und übernehmen kann, sondern nur Einzelinteressen verfolgt werden."


Jede Hierarchie, die für das lebensrettende Thema "Organspende" verantwortlich ist, hat IN sich selbstverständlich AUCH Hierarchien, z.B. im Bundesgesundheitsministerium, der Bundesärztekammer, Eurotransplant, etc.! WER soll auch Verantwortung übernehmen, WER kann verantwortlich für verstorbene Wartepatienten sein?! Sicherlich keineswegs EINE Einzelperson! Würde das zutreffen, müsste er/sie sein Amt niederlegen oder ausscheiden müssen, wenn man die Zahl an etlichen verstorbenen Menschen betrachtet. Schon aus dem Grund findet keine Schuldzuweisung statt! Aus dem Grund erhalten Ärzte die Möglichkeit sich selbst und gegenseitig zu kontrollieren. Achtung: "Selbstverwaltung Bundesärztekammer"! Monopol Bundesärztekammer oder "Willkürregime BÄK", so Herr Prof. Dr. Gutmann. Glaubenssache! Die tatsächliche Zahl an monatlichen/jährlichen verstorbenen Wartepatienten wäre eine Rechereche wert, ein Anreiz für die Medien, eine realistische Statistik u. belegbare Daten aufzustellen bzw. anzuführen! In dem Fall MUSS ich Herrn Prof. Dr. Meiser (Präsident von Eurotransplant) widersprechen, der sagte, dass täglich 3 Wartepatienten auf der Liste versterben würden! Die Statistik hinkt! Schon rein betriebswirtschaftlich betrachtet müsste die Zahl an verstorbenen Patienten mehr sein, denen geholfen werden hätte können, wenn ein Spenderorgan zur Verfügung gestanden hätte. Was ich mir FÜR alle Wartepatienten erhoffe ist, dass die Vertreter der einzelnen Hierarchien sich nochmals zusammensetzen und überlegen, wie der tiefe Fall zu stoppen ist! 797 Organspender im vergangenen Jahr 2017, die Gründe hierfür sind vielfältig (siehe z.B. die Sparte "Zum Nachdenken"). Eine Mammutaufgabe für Herrn Jens Spahn!


Im Übrigen, den Koalitionsvertrag hatte ich von einem sich sehr bemühenden Mensch zugesandt bekommen, vom Parteivorstand der SPD u. dem Bundesvorstand der CDU leider keine Antwort! Ich habe ihn mir durchgelesen, zumindest hat man dem Thema "Organspende" keine Beachtung geschenkt! Großer Verlierer ist der Wartepatient... und bangt weiterhin um sein Leben! Herr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Pflege besser ausstatten, seine Worte gestern (15.03.2018) im Fernsehen: "Aber ich bin so ehrlich und sage, dass das nicht mal so einfach geht!" Wie ich finde, ein guter Schritt nach vorne - "Organspende" war u. ist bislang keinen Beitrag, eine kleine Stellungnahme zum massiven Problem "Spendenmangel" wert!? Seine Vereidigung fand am 14.03.2018 von Herrn Dr. Wolfgang Schäuble, MdB (Präsident des Deutschen Bundestages) statt, ich bin guter Dinge, dass gerade das lebensrettende Thema angesprochen wird! Und werden muss..., für´s Leben, für Organspende! (Slogan der DSO)

(Anmerkung: Die Grafik "Organspende in Deutschland" für die Sparte "Gordischer Knoten" ist unter der Webseite der Deutsche Stiftung Organtransplantation (www.dso.de) zu entnehmen.)

Prof. Dr. Thomas Gutmann (Rechtswissentschaftliche Fakultät Münster)

Wäre die "Widerspruchslösung" in Deutschland überhaupt durchsetzbar?


Prof. Dr. Gutmann: "Verfassungsrechtlich spricht, wie das Bundesverfassungsgericht schon vor 15 Jahren angedeutet hat, nichts gegen eine Widerspruchslösung. Die Frage, wie die postmortale Organentnahme geregelt werden soll, konnte in Deutschland jedoch nie vernünftig diskutiert werden. Sie führt reflexhaft zu einer realitätsverleugnenden Politik, die nur noch symbolisch handelt. 


Die vergangenen beiden Jahrzehnte haben gezeigt, dass in Deutschland auf diesem Feld politisch gar nichts mehr durchsetzbar ist. Daran wird sich auch nichts durch die Erkenntnis ändern, dass das gegenwärtige System längst gegen die Wand gefahren wurde. Die Zahl der Organspender ist in Deutschland mittlerweile auf einen Wert von etwa zehn pro eine Million Einwohner gesunken. Eine Zahl, die nur noch weniger als ein Drittel des spanischen und etwas mehr als ein Drittel des US-amerikanischen Aufkommens erreicht und allenfalls eines Entwicklungslandes würdig ist. Wir lassen Patienten sterben, die nicht sterben müssten!"

CDU-Politiker Jens Spahn (li.) informierte sich bei Prof. Norbert Roeder (M.) und Prof. Hartmut Schmidt vom UKM. Foto: ohw