[Anmerkung: Beide Bilder für die Sparte "Countdown läuft!" sind unter Google, www.google.de zu entnehmen.]

Zur "Doppelten Widerspruchslösung"

Liebe Leserinnen und Leser,

im April diesen Jahres soll im Deutschen Bundestag über die "Doppelte Widerspruchslösung" abgestimmt werden, der Countdown dafür läuft!

"Seid ihr alle bereit mehr Menschenleben zu retten?!" Die Abstimmung wird meines Erachtens nach kompliziert ausfallen, denn gerade Herr Lindner (FDP) sieht das Selbstbestimmungsrecht im Vordergrund. "04.09.2018 - Der FDP-Chef Christian Lindner reagiert mit Kritik auf den Vorstoß des Gesundheitsministers Jens Spahn, der die Widerspruchslösung bei der Organspende ins Gespräch brachte. Nach dieser werden auch Verstorbene ohne Spenderausweis automatisch zu Spendern, wenn sie nicht zu Lebzeiten widersprochen haben. Zwar sei Lindner selbst Organspender und werbe auch dafür. Er betont jedoch: "In Existenzfragen halte ich eine ausdrückliche Zustimmung ohne einen sonst möglichen Anpassungsdruck für besser."

Der Tod fragt nicht vorher, ob er dich jetzt zu sich nehmen kann, er klopft vorher auch nicht ganz leise an, ist freundlich und fragt dich "Magst du mitkommen?". Die katastrophale Spendenlage spricht eindeutig für sich, zwar ist es mehr als zu begrüßen, dass im Jahr 2018 mittlerweile 955 Organspender zu verzeichnen waren, diese Zahl reicht reicht aber bei weitem nicht aus, um die austehenden über 9500 Wartepatienten zeitnah retten zu können!

Die Politik steht im drastischen Handlungszwang! Beschämend finde ich die Zeit, die erstens bis zur doppelten Widerspruchslösung verstrichen ist, zweitens, dass man lange Zeit außer Acht gelassen hatte, dass der Schlüssel für Organspenden an und in der Organisation von den Entnahmekliniken liegt! Organentnahmen wurden bei weitem zu gering vergütet, aus dem Grund hatte man sich vermehrt dazu entschlossen, den potentiellen Organspender so ("unangetastet") sterben zu lassen, ohne eine ausführliche Hirntoddiagnostik vorgenommen zu haben. Dieses Verfahren trat vereinzelt in den Kliniken auf. Eine Hirntoddiagnostik ist teuer, aus dem Grund ist es einfacher und bequemer, den Patienten sterben zu lassen, ohne eine umfangreiche Diagnostik des Gehirns vorgenommen zu haben. Wohlgemerkt sind Krankenhäuser Wirtschaftsunternehmen und sie müssen abwägen, was sich für das Krankenhaus rentiert, neben einer guten Versorgung als Patient für dich. Es wird eine umfangreiche Kosten-Nutzen Rechnung aufgestellt.

Ich finde es erstaunlich und dabei tief traurig, dass man erst jetzt damit anfangen will, mehr Menschenleben zu retten! Eben mit der Doppelten Widerspruchslösung und hierbei muss dir klar sein, dass es im keinem Land auf der Erde ausreichend Organspenden gibt - leider ist dem so! Selbst mit der Doppelten Widerspruchslöung werden Wartepatieten auf der Liste sterben, jedoch längst nicht mehr so viel, wie bislang zu verzeichnen waren! Dennoch bin ich der Meinung, dass man zu lange geschlafen hat und "wir" als Entwicklungsland galten, was Organspenden anbelangt! Die passende Lösung hätte viel früher kommen müssen, ein Beispiel hätte man sich in anderen europäischen Ländern abgucken können, die längst mehr Organentnahmen jährlich vornehmen und hiermit mehr Menschenleben retten können! Warum nicht geschehen?

Organspenden? Eine gute Sache, oder?! Dass Thema wurde zu lange klein gehalten, fast Jeden, den ich auf der Straße bezüglich Organspenden angesprochen hatte, war dafür, sprich dafür, seine Organe beim eigenen Todesfall schwerst kranken Wartepatienten zu spenden! Nochmal, NUR und AUSSCHLIEßLICH beim vollständigen und unbehebaren Ausfall der gesamten Hirnfunktionen, also beim Gesamthirntod! Andere Erkrankungen fallen grundsätzlich raus, das muss man betonen! Und hierbei muss man schlicht sehen, dass die Zahl an Gesamthirntoten jährlich 1% beträgt, demnach ist dieser Versterbegrund äußerst selten! Aber was wäre wenn... du selbst als HU-Wartepatient auf der Liste stehen würdest - möchtest du leben, oder möchtest du abwarten, bis der Bundestag eine Lösung für dich anbietet? Dass Thema wird immer erst wichtig, wenn es einen geliebten Angehörigen oder dich selbst betrifft, ansonsten lebt man unbeschwert in den Tag hinein und macht sich kaum Gedanken über das lebensrettende Thema!

Liebe Leserinnen und Leser, ich darf schreiben, dass ich beides hautnah erleben musste, das Leben, aber auch den Tod und die Erfahrungen mit ihm. Während meiner Intensivstationszeit musste ich vermehrt Nah-Tod Erfahrungen sammeln, die erst mal zu deuten waren, auch hinsichtlich einer posttraumatichen Belastungsstörung. Schlüssig geworden aus den Bildern und Gedanken "als ich tot war" werde ich wohl nie, anscheinend als Schutz für das Weiterleben. Der Bundestag handelt für mich zu theoretisch, als Bundestagsabgeordneter ist man selbst nicht betroffen und das brisante Thema wird aus Distanz betrachtet! Was muss JETZT ein HU-gelisteter Wartepatent denken, für ihn läuft die Zeit ab - oder gewinnt das Leben! Es muss vorangehen, lebenswichtige Gesetze wie die Doppelte Widerspruchslösung schneller verabschiedet werden! Im April soll die Chance auf ein neues Leben vielen Wartepatieten erföffnet werden, hoffen wir das beste!