Hinweis: Die persönliche Anschrift ist nicht mehr gültig.


 

(Brief u. diesbezügliche Antwort vom "DER SPIEGEL" vom 09. Juni 2017, mein Brief "Drastischer Rückgang der Organspenden-Zahlen" an die Redaktion). Die persönliche Anschrift ist nicht mehr gültig.

(Logo "DER SPIEGEL" ist unter Google zu finden!)

 

 

 

 

 


Sehr geehrte Frau Sprengel, 

vielen Dank für Ihre Antwort und Schreiben auf meinen Themenvorschlag "Drastischer Rückgang der Organspenden-Zahlen"! 

Ich freue mich, von Ihnen eine Antwort erhalten zu haben! 

Mir geht es nicht um meine Homepage, was einen Beitrag im "DER SPIEGEL" anbelangt, vielmehr geht es mir darum, dass zahlreiche Wartepatienten auf der Liste wegsterben und das Thema "Organspende" immer mehr in den Hintergrund rückt! Mein persönliches Schicksal ist nicht einfach, anderen Wartepatienten möchte ich versuchen die Angst zu nehmen, überhaupt kein lebensrettendes Spenderorgan zu erhalten und damit mehr Personen sich mit Thema beschäftigen können, ferner nach ausführlicher Information einen Organspenden-Ausweis sich zulegen, anschließend unterschreiben können. 

Der Themenvorschlag ist von allgemeiner und gesellschaftlicher Bedeutung - aus welchem Grund ist unser Land denn ein Entwicklungsland, was die Organspenden-Bereitschaft in der Bundesrepublik anbelangt?! 

Bei 857 Menschen (Zahlen von der DSO für das Jahr 2016), die ihre Organe postmortal gespendet hatten und 11.000 Wartepatienten, die jährlich auf der Liste stehen - ich bitte Sie, Fragen sind zu stellen und Antworten/Lösungen für das Problem bezüglich des drastischen Rückgangs der Spendenzahlen zu finden! 

Aus diesem Grund wird die Warteliste nicht abgebaut, im Gegenteil, sie steigt und zahlreiche schwer kranken Patienten sterben auf der Warteliste einfach weg! 

Das Bundesgesundheitsministerium hat so 100 Millionen zusätzlich für die Aufklärungsarbeit ausgegeben, meines Erachtens nach in den Wind geschossen! 

Es sind keine Veränderungen festzustellen und es ist Stillstand eingetreten, trotz neuem Transplantationsregister, trotz Aufklärungsarbeit vom Bundesgesundheitsministerium, trotz gesetzlicher Verpflichtung auch die Krankenkassen in die Pflicht zu nehmen, was die Aufklärungsarbeit anbelangt! 

Wird das Grundproblem von der Politik ernst genommen, wird an einem seit der Einführung des "TPG´s" (Transplantationsgesetz) bestehenden Systems nicht gerüttelt?! 

Aus diesem Grund stehe ich zu meinen Worten in meinem ursprünglichen Schreiben an Sie. 

"Traurig wie es klingt", die Bundesrepublik ist ein Entwicklungsland, was die Organspenden-Bereitschaft und die diesbezügliche Aufklärungsarbeit anbelangt, wobei die Vereinigten Staaten uns in diesem Punkt um Welten voraus sind (die Warteliste steigt trotzdem seit Jahren rapide an und dies deutlich schneller als die Spenderrate), etliche andere europäische Länder haben widerum die sogenannte "Widerspruchslösung" eingeführt! Es sollte nochmals eine breite Diskussion über die Entscheidungslösung angeregt werden, für die Fälle, dass ein hirntoter Patient auf der Intensivstation liegt und herkömmlich die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gefragt werden, sollte kein Organspendenausweis vorliegen.

Bitte verstehen Sie mich richtig: Ob in unserem Land die sogenannte "Widerspruchslösung" durchführbar ist, bleibt fraglich und ohnehin erst nach ausführlicher Information/Abstimmung innerhalb der Bevölkerung überhaupt möglich! Jedoch ist meine Überzeugung, dass die Entscheidungsmöglichkeit verbessert werden sollte, diesmal zu Gunsten aller schwer kranken Wartepatienten auf der Liste! Wenn es richtig ist, ich persönlich gehe davon aus und man glaubt der aufgestellten Statistik, dass über 75% der Bevölkerung durchweg für eine Organspende sind, ist die Frage zu stellen, weshalb die "Widerspruchslösung" nicht eingeführt wird!?


Nachtrag zum Text:

Vorteil der Widerspruchslösung ist hierbei, dass dem Verstorbenen bei der Feststellung des unumkehrbaren Hirnfunktionsausfall (Hirntod) Organe entnommen werden dürften, sollte diesbezüglich kein Organspendenausweis vorliegen, bzw. der Verstorbene zu Lebzeiten einer Organentnahme nicht ausdrüklich widersprochen hat! Bei dieser Lösung und großer Chance für alle Wartepatienten sollte die Bevölkerung sich vorab umfassend mit dem Thema "Organspende" befassen, ansonsten würden Organe für eine lebensrettende Transplantation freigegeben, insofern könnten bis zu 7 Menschenleben durch die Spende eines einzigen Mensch gerettet werden! Die Entscheidung "pro oder contra" einer Organspende würde der Bevölkerung überlassen werden, wie bei der Entscheidungslösung, ansonsten würden ohnehin Menschenleben durch die Spende gerettet werden. "Aus der Hand genommen", oder gar übergangen wären in den Fällen gegeben, wenn über Organspenden nicht aufgeklärt und nach Befragung, folglich Abstimmung innerhalb der Bevölkerung über die Widerspruchslösung nicht informiert werden würde! So bleibt mir immer noch die Möglichkeit einer Organentnahme nach meinem Tod zu widersprechen, zu Lebzeiten sollte ich mich informieren, ansonsten würden die Organe freigegeben und transplantiert werden. 

Mit der Aussage von Herrn Bundesgesundheitsminister Gröhe, dass bei der Widerspruchslösung der Staat nach dem Tod ein "Zugriffsrecht" (wörtlich Herr Gröhe in "45min. - Drama Organspende") über den Körper des Verstorbenen "hätte", kann ich persönlich mich nicht anfreunden und abfinden! Die Bevölkerung muss sich bei der Widerspruchlösung mit der Möglichkeit "Organspende" auseinandersetzen, einen Nachteil hierbei, dass Menschenleben(!) durch die Spende gerettet werden könnten, kann ich hierbei nicht erkennen! Sollte hier ein "Zwang" angenommen werden, bin ich überaus gerne bereit dazu mich zu entscheiden, nämlich mich über "Organspenden" zu informieren, insbesondere nach ausführlicher Aufklärung anschließend mich zu entscheiden, ob ich nach meinem Tod mehrere Leben retten möchte oder nicht!? Gesetzt den Fall, ich widerspreche zu Lebzeiten nach meinem Tod tatsächlich einer Organentnahme, könnte ich dies in einem Widerspruchsregister schriftlich kundtun!  

Als Empfänger kann ich selbstverständlich differenziert denken, wie wäre es in dem Fall, wenn Ihr Kind, oder Mann als Wartepatient(in) auf der Intensivstation liegt und es/er nur wenige Tage zu leben hätte? Diese Vorstellung ist für viele Angehörigen und gerade Wartepatienten bittere Realität! Wo finden Sie eine Antwort für sich selbst, für den unüberwindbaren großen Verlust, wenn Ihr Kind/Mann auf der Warteliste stirbt und nicht rechtzeitig, oder überhaupt kein Organ parat war? Jeder Mensch würde daran zerbrechen! Wären Sie nicht, als Angehöriger oder Wartepatientin an einer grundlegenden Novellierung des gesamten Organspendensystems interessiert?! 

Daher nochmals: Die Entscheidungslösung sollte verbessert werden, meine "Lösungsvorschläge" können Sie auf meiner Homepage lesen! Ich bin durchweg für die Entscheidungsmöglichkeit, anschließend folgt jedoch ein großes "Aber!", die Aufklärung über die Möglichkeit Organe u. Gewebe für den eigenen Todesfall schwer kranken Patienten zu spenden sollte zur Pflicht gehören, wie einen Organspendeausweis bei sich zu führen, nach ausführlicher Information. Hätte ich 100 Millionen (zusätzliche Ausgaben des Bundesgesundheitsministeriums für die Aufklärungsarbeit, nach den "Organspenden"-Skandalen) zur Verfügung, Frau Sprengel, mit Herrn Bundesgesundheitsminister Gröhe scheue ich kein persönliches Gespräch! Noch immer existiert viel zu wenig Aufklärungsarbeit um "Organspenden", ich bemühe mich hierfür dies grundlegend zu ändern und versetze mich in den Kopf eines Wartepatientens! Der Weg zu einem lebensrettenden neuen Organ ist extrem schrecklich, zumal bei dem gegenwärtigen Organmangel. Ratlosogkeit, oder gar Resignation muss außer Frage stehen, dafür ist der drastische Rückgang der Spendenzahlen viel zu kritisch und Wartepatienten sterben zu Hunderten auf der Liste!


Bundesweit wurde hierzu eine Statistik aufgestellt, wie viele Personen sich für eine Organspende bereit erklären würden. Vom Hörensagen und dem, was ich persönlich mitbekommen hatte, sind überwiegend viele Menschen für eine Organspende, anderen wiederum konnte ich Besorgnisse und Unkenntnis von den Schultern nehmen, durch Aufklärung. Die Statistik übrigens stagniert seit über 20 Jahren zwischen 82 - 75% pro Organspende, ein hoffnungsvolles Zeichen für alle schwer kranken Wartepatienten auf der Liste! 

Aus diesem Grund halte ich verstärkte Aufklärungsarbeit um das Thema für zwingend notwendig, der Bevölkerung muss erneut Vertrauen zu seiner/ihrer persönlichen Entscheidung "Organspende" geschenkt werden! 

Am vergangenen Sonntag wurde im "Weltspiegel" ein Beitrag gesendet, dass hirntote Drogenabhängige für eine Organspende "vorgesehen" werden, natürlich nach ausführlicher Aufklärung und Bitte nach einem Organ an die Angehörigen des Verstorbenen, sollte kein Spendenausweis vorliegen! 

Ob dieses Verfahren, wie es in den USA praktiziert wird, auch in der Bundesrepublik durchführbar ist, bleibt fraglich! Dennoch ein überaus interessanter Schub und Verfahren nach vorne, dass Organspendensystem wäre einen entscheidenden Schritt weiter. 

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie meinen Themavorschlag zu einem Zeitpunkt wahrnehmen/umsetzen würden und könnten, für alle schwer kranken Patienten auf der Liste, die eben durch die "Organspenden-Skandale" umso mehr um ihr Leben bangen! 

Mit freundlichen Grüßen

 

Martin Heinze

www.rebirths.de


 (eMail an den "DER SPIEGEL", Antwort auf das Schreiben vom 09. Juni 2017)

Zustimmungslösung: Der Verstorbene muss zu Lebzeiten, z.B. per Organspendeausweis, einer Organentnahme zugestimmt haben. Liegt keine Zustimmung vor, können die Angehörigen über eine Entnahme entscheiden. Entscheidungsgrundlage ist der ihnen bekannte oder der mutmaßliche Wille des Verstorbenen.


Widerspruchslösung: Hat der Verstorbene einer Organentnahme zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen, z.B. in einem Widerspruchsregister, so können Organe zur Transplantation entnommen werden. In einigen Ländern haben die Angehörigen ein Widerspruchsrecht.


Entscheidungslösung: Jede Bürgerin und jeder Bürger soll die eigene Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende auf der Grundlage fundierter Informationen prüfen und schriftlich festhalten. In Deutschland stellen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen ihren Versicherten derzeit noch alle zwei Jahre einen Organspendeausweis zur Verfügung, verbunden mit der Aufforderung seine persönliche Entscheidung in diesem Dokument schriftlich festzuhalten. Dabei kann die Entscheidung sowohl für oder gegen eine Organ- und Gewebespende getroffen werden oder ganz auf eine Entscheidung verzichtet werden.

(Bild ist unter www.google.de zu finden!)

(Verfahren mit der Organspenden-Bereitschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika, Auszug aus dem "Deutsches Ärzteblatt, bitte anklicken)! Siehe hierzu die Sparte "Entscheidungslösung" und meine persönlichen "Lösungsvorschläge" gegen den drastischen Rückgang der Spendenzahlen.


Begriffserklärung zur Widerspruchserklärung ("Wikipedia").

Thematisierung Widerspruchslösung im Deutschen Bundestag ("Deutsches Ärzteblatt").