• (Logo der Deutschen Stiftung Organtransplantation, http://www.dso.de)

(Bilder sind unter "Google" zu finden!), Bild zeigt Herrn Prof. Dr. Günter Kirste (ehemals Vorstand der DSO)

DSO-Vorstand Kirste kritisiert die Medienberichterstattung


Professor Dr. Günter Kirste, ehemaliger medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), der zuständigen Organspende-Koordinierungsstelle in Deutschland, erklärte auf der Webseite der DSO in einem undatierten Statement: "Wir sind zutiefst bestürzt über die Betrugsvorwürfe gegen die Göttinger Universitätsklinik." Für die Organspende und Transplantation seien "Vertrauen und Transparenz die entscheidenden Parameter". "In einer Phase, in der mit der Novellierung des Transplantationsgesetzes und dem Gesetz zur Entscheidungslösung wichtige Schritte zur Verbesserung der Organspendensituation gemacht wurden, werden viele Menschen verunsichert", so Kirste. Auch er forderte umfassende Aufklärung sowie die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, wolle man das Vertrauen zurück zu gewinnen, sowie die nötigen Konsequenzen aus dem Fall zu ziehen, "damit ein solcher Missbrauch des Systems der Organverteilung künftig nicht mehr möglich ist".


Mit Blick auf die lawinenartige Medienberichterstattung zum Fall Göttingen kritisierte Kirste, dass in den Medien immer wieder "fälschlich von einem Organspendenskandal" gesprochen werde. Es handle sich hier aber um einen "Allokationsbetrug oder schlimmstenfalls Transplantationsskandal, der nicht mit der eigentlichen Organspende vermischt werden darf". Dies sei "wichtig klarzustellen", da die Bereiche der Organspende, Organvermittlung und Transplantation per Gesetz streng getrennt seien. Die Bereitschaft zur Organspende darf - so schwierig es auch ist - nicht in Frage gestellt werden, weil ein Zentrum betrogen hat. Darum gilt: "Ich bin Organspender", so Kirste abschließend.


Gesetz zur Entscheidungslösung bei Organspenden tritt zum 01.11.2012 in Kraft


Kurz vor Bekanntwerden des Transplantationsskandals hat Bundespräsident Joachim Gauck am 12.07.2012 das kürzlich vom Deutschen Bundestag verabschiedete Gesetz zur Entscheidungslösung bei Organspenden unterzeichnet. Am 18.07.2012 wurde es im amtlichen Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt damit zum 01. November 2012 in Kraft. Ab dann sollen alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren von ihren Krankenkassen angeschrieben und zu ihrer Haltung einer Organspende im Falle des festgestellten Hirntodes befragt werden. Eine Äußerungspflicht besteht jedoch nicht. Man kann die Schreiben auch ignorieren. Interessant wäre zu wissen, wie viele Menschen sich dann noch an den "bislang einmaligen" Organspendenskandal erinnern werden und welchen Einfluss dies auf ihre Entscheidung haben wird.